Montag, 31. März 2008

Erinnerung

Erinnerung ist wie ein Kahn

auf dem Fluss der Vergangenheit,

der ungesteuert wird gefahr´n

und in versunkene Zeiten treibt.,

Vorbei an Bildern, szenenhaft,

verschwommen, gnädig im Vergessen,

entstanden frisch mit neuer Kraft

als wär ´es gestern erst gewesen.

Voll Trauer, Freude, Glückgefühl,

Kaleidoskope des Empfinden´,

doch alles scheint so ohne Ziel,

nur anzuschauen, nichts zu verkünden.

Es rauscht vorbei im Zeitensprung,

ein Spiel mit viel Verwirrung,

wie alt warst du? Warst du noch jung?

Ein Wirrwarr voller Irrung.

Und es gehört dennoch zu dir,

als ein Besitz vom Nachhinein;

ein Boot, vertäut an deiner Pier,

es trägt nur dich – dich ganz allein.

Sonntag, 30. März 2008

Stundenklau

Es reicht nicht, dass es auf Erden schon reichlich Paradoxen gibt, der Mensch in seiner Einfallsfreudigkeit fügt auch noch einige hinzu, manche davon etwas hinterhältige.

Ich spreche da von dem Stundenklau zur Sommerzeit. Insofern ein Paradoxon als man uns eine Stunde wegnimmt und trotzdem dem Alter hinzufügt. Wir altern also schneller, zumindest in der der uns zugewiesenen Zeitzone mit sagen wir etwa 500 Millionen Einwohnern also 500 Mio. Stunden. Seit Einstein wissen wir zwar, dass die Zeit relativ ist – z.B. dehnt diese sich auf der Zugspitze um gemessene 7.Stelle nach dem Komma einer Milliarsten Sekunde, was sich nach der Formel E gleich m mal c zum Quadrat auch ausrechnen lässt. Im übrigen eine Aufgabe für die Grundschüler in Finnland, die ja bekanntlich in der Pisa-Studie am besten abgeschnitten haben, ganz gleich, ob Samen, Finnen oder Kinder mit Migranten-Hintergrund. Aber ich abschweife, um es mit den Worten meiner neuzeitlichen Autoren auszudrücken.

Zurück also. Da klaut jemand eine Stunde. Aber wer? Gehen wir kriminaltechnisch vor. Cui nucet, fragten schon die Römer nach dem Motiv. Der Generalverdacht fällt zunächst auf den Staat, einschlägig bekannt wegen seiner Raubzüge durch die Konten seiner Bewohner. Betrachten wir aber, dass der Stundenverlust durch frühere Alterung und damit zu vorgezogenen Renten führt, kann dies nicht sein, da eine Rentenerhöhung von 0,9% - entsprechend zweier Schachteln Zigaretten im Monat-

den Staat zum Bankrott führt, wenn man den Abgeordneten glauben darf. Um es mit dem Jargon der Militärs auszudrücken, die Höhe des Kollateralschadens wäre nicht hinnehmbar. (Also kein: it happened, sorry, unfortunally nescessary, next it will be take place again).

Wer also dann? Wir nähern uns mathematisch. 500 Millionen Stunden entsprechen

20,833333 Tagen. Entsprechen an Jahren 57.077 Jahre. Da die Sommerzeit nur bis zum 26. Oktober geht und erst im März begann, muss man also die Hälfte der Bewohnerstunden abziehen, die in diesem Zeitraum Geburtstag hatten. Macht also 28538 Jahre in unserer Rechnung. Davon entfallen 16% auf Deutschland gleich

4566 Jahre. Wenn wir grosszügig rechnen, nehmen wir 80 Jahre als Altersgrenze für alle an. Dann bedeutet das pro Person 57 Jahre. Für Babies, Kinder und alte Leute

spielt die Zeit nicht die entscheidende Rolle. 10% der Bevölkerung ist zwischen 45 und 55 Jahren alt, diese Altergruppe ist also am stärksten betroffen und zwar mit 5,7 Jahren pro Person. Wer aber hat ein Interesse daran einen Menschen um 5,7 Jahre altern zu lassen? Die Kosmetik-Industrie! Gemäß der Feststellung jener unvergessenen Claire Schlichting, die postulierte: Im Gesicht kriegst du die Falten und am Arsche hast du Platz genug dafür. Es geht also nur um die Überdeckung des Faltenwurfs durch Mittel der Kosmetik. Cremes, Frischemasken und sonstige Ferkeleien, die sich die Chemiker ausdenken, um brüchige Baustellen zu sanieren.

( sh. mein Beitrag Beautycase). Haben die nicht auch Schildlausextrakte in Lippenstiften verwendet? Das sind Leute, die schrecken vor nichts zurück. Nun gibt es aber auch Mitmenschen die sagen: Ist doch egal, das mit der Strategie zum Verkauf von Cremes u. dgl. dann sind wenigstens die unschuldigen Versuchstiere nicht umsonst gestorben! Denen kann ich nicht folgen : 5,7 Jahre Lebensstunden stehlen ist doch kein Kavaliersdelikt. Da muss man kräftig gegensteuern. Ich tue das, indem ich meine Uhr einfach um 3 Stunden und 4 Minauten zurückstelle. Jetzt dürft ihr schön rechnen was uns das an Lebenszeit bringt. Relativ gesehen, streng nach Einstein.

Freitag, 28. März 2008

Fan

Ein Fan lässt sich wie folgt beschreiben:

den Gegner kann er nicht gut leiden.

Mit T-Shirt, Mütze, buntem Schal

und Fahne zeigt er so schon mal

mit welchem Club oder Verein

er bangt und möchte für ihn schrei´n.

Denn laut verkündet sein Begehr,

sein Club soll siegen und noch mehr,

ständig an der Spitze stehen,

damit auch die anderen sehen,

dass er als Fan von dem Verein,

der Grösste ist und nicht so klein,

weil in der Masse, die vereint

das kleinste Licht recht gross erscheint.

Dann fühlt er sich so richtig toll

beachtenswert und wundervoll.

Doch, wehe der Verein verliert,

dann ist´s mit Fassung schnell passiert,

In jener anonymen Enge

verursacht er ein Handgemenge,

entzündet Feuerwerk und dann

greift er die Ordner auch noch an.

Der Club könnt darauf wohl verzichten,

wenn ´s dann die Zeitungen berichten,

doch bringt so ´n Mensch auch dem Verein

viel Geld durch Fanshopkäufe ein!

Donnerstag, 27. März 2008

Einkaufen

Es gibt Erfahrungen, die jeder schon einmal gemacht hat und deshalb ist es auch unnötig, sie

anderen Erdenbewohnern zu vermitteln, zumal die sowieso alles besser wissen. Aber habt ihr schon einmal einen Kettenhund von der Kette gelassen? Wenn nicht, könnt ihr darauf verzichten. Sofern euch diese Erfahrung interessiert aber augenblicklich kein Kettenhund verfügbar ist, braucht ihr lediglich einen Rentner beobachten, den seine Angetraute zum Einkaufen schicken will.

Das beginnt mit unmutigem Knurren (allerdings entfällt das Blecken der Zähne, die hätten zuvor erst eingesetzt werden müssen). Dann folgt ein endloses Rumgezerre bis das Äussere Gassi tauglich ist, letzte Ermahnungen .z.B. „sei schön brav“ oder „pass auf“ und dann kann losgehechelt werden. Zunächst in wilden Sprüngen (beim Rentner muss man sich wild und Sprünge wegdenken), damit schnell genügend Zwischenraum zum „Frauchen“ entsteht und dann geht es immer der Nase nach weiter, um an jedem interessanten Punkt zunächst zu verharren oder ein Mitgeschöpf freundlich zu begrüssen (hierbei entfällt beim Rentner das Schwanzwedeln), aber ob der gewonnenen Freiheit kommt Freude auf.

Ab hier müssen wir das vergleichende Bild allerdings verlassen, weil Hunde kein Geld bei sich haben und in den Läden sowieso draußen bleiben müssen: sie sind mit anderen Worten zum Einkaufen ungeeignet.

Nicht so der Rentner. Er hat schriftliche Anweisungen, die er wegen der Sauklaue seiner Daheimgebliebenen nicht lesen kann und wenn, hätte er seine Brille in der Aufregung des zu erwartenden Abenteuers ohnehin vergessen. Hürden sind jedoch da, damit sie genommen werden. Da ist zunächst der Einkaufswagen, angekettet und beim besten Willen nicht loszuzerren. Geschickt wendet er sich ab, tut so als stände er nur so herum und beobachtet aus den Augenwinkeln, wie geübte Hausfrauen den Wagen aus der Verkettung lösen. So also geht das. Nach einigem Fummeln ist diese Hürde genommnen, gleichwohl sträubt sich der Einkaufswagen die gewünschte Richtung zu nehmen, da ein Rad klemmt. “Au, passen Sie doch auf“, „unverschämt einen so anzurempeln“, „Mama der Opa hat mich in die Hacken gefahren“, „Sie, Sie… Trottel“. Die Beschimpfungen treiben den Ärmsten tiefer in den Laden hinein. Doch wohin. Unschlüssigkeit auf der ganzen Linie. Der Einkaufszettel nicht lesbar. Aha, ein Weinregal. Rentner brauchen Wein, insbesondere den roten, wegen der Gesundheit.

Ein paar Flaschen wandern in den Einkaufswagen. Vorbei an Tütensuppen. Maggi. Grosse Flasche 1,5 l im Angebot. Würzen muss sein, also hinein damit. Sollte nicht auch Gemüse?

Da ist frische Petersilie… komisch in kleinen Sträußchen, wird doch keiner von satt. 5 Sträußchen.. nein besser 8 .. hinein damit. Mehl und Zucker, hat sie nicht von gesprochen, braucht man aber .Hinein damit. Ah, interessant: Angebote für Werkzeuge und Schraubensortiment. Da gilt es sorgfältig auszusuchen, man muss ja nichts kaufen, was man nicht gebrauchen kann, so als Rentner dreht man doch jeden Cent um. Nanu, eine Gehrungssäge, hatte er nicht vor fünf Jahren mal einen Bilderrahmen zurechschneiden wollen? Her damit! Klebepistole, es gibt immer was zu kleben und Gartenclocks, werden gebraucht, gekauft und ab zur Kasse, denn das Ganze hat so gefühlte zwei Stunden in Anspruch genommen. Gar nicht so teuer, was es alles so für 175 € gibt! Natürlich braucht er jetzt mehrere Plastiktüten: “wissen Sie meine Frau kauft nicht so häufig ein, deshalb nur dies kleine Täschchen, verstehen Sie, man muss wirklich an alles denken.“

So, ab nach Hause, na, die wird sich freuen was ich alles eingekauft habe!

Die Begeisterung ist unbeschreiblich und endet in dem ebenso unbeantwortetem wie gekreischtem Satz: “Und was sollen wir essen?“

Das weiss ich als Autor nun auch nicht, doch ich ahne, warum man manche Hunde an die Kette legt.

Mittwoch, 26. März 2008

Das ist mir neu..

Heut schon Zeitung gelesen?

So und so ist´s gewesen.

Dir steht ´s im Gesicht,

du weisst es nicht.

Schon sowas gehört?

Ich bin sichtlich empört,

betracht es als Mahnung.

Wie? Hast keine Ahnung?

Ich hab es gesehen,

wie genau es geschehen,

sah ´s am TV- Gerät.

Wie, dir war ´s schon zu spät?

Das Radio hat ´s gebracht

auf der A1 hat ´s gekracht,

weil Schnee war und Eis.

Jetzt sag nicht: ich weiss.

Wie? Du weisst nicht so richtig,

du glaubst ich sei süchtig

und schlechte Nachricht mich freu:

das ist mir ganz neu!

„Fremd“gänger

Ein alter Fuchs vom Ranzen kam

und eigenartig sich benahm.

Es piekt der Balg ihm so am Bauch

und weiter unten sticht es auch.

„Wieso verließ mich nur mein Sinn,

dass ich ´s mit einer Igelin,

die noch dazu im Winterschlaf,

es trieb? Ich bin ein dummes Schaf“.

Ein Rabe, der dies grade hörte,

und den das Jammern zudem störte,

der sagte: „wen das Alter biegt,

der nimmt doch alles, was er kriegt!“

„Vermeide jede weit´re Pein,

und laß das Sauigeln doch sein!“

Dies riet dem Fuchs der weise Rabe,

obgleich der auch kein Waisenknabe.

Fest steht jedoch, wer Sprünge macht-

so seitwärts- gebe besser Acht.

Dienstag, 25. März 2008

Willst du Gott zum Lachen bringen..

erzähl ihm von deinen Plänen

Zukünftig werde ich dies tun oder das,

Hauptsache ist, es macht mir Spass.

Z.B. werd ich auf Weltreise gehen

so in drei Jahren, wollen mal sehen.

Ich gehe in zwei Jahren in Pension,

was ich dann tue, weiss ich schon.

Ich werde jetzt den Winterurlaub buchen,

dann kann ich den besten Tarif aussuchen.

Wenn ich gross bin, mach ich den Traum mir wahr

und ich werde bestimmt ein Schlagerstar.

Ich werd, ich will, in X-Jahren vielleicht,

wirst sehen, dann habe ich alles erreicht.

Träume und Pläne, was immer man will,

wir tun so, als stände die Zeit für uns still.

So weiht man in seine Pläne ein.

Da gibt es jemand, der lächelt fein.

Du merkst es nicht – doch indess´

der Weltenlenker wusste es.