Montag, 5. Mai 2008

Tiefschwarz

(frei nach Didi Hallervorden)

Habe die ganze Nacht geheult,

sprach zerknirscht der Ehemann,

habe meine Frau geeult,

weiss nicht, was ich tuen kann.

*

Wie geeult, du meinst gevögelt

und wie wir dich alle kennen,

hast du danach nur gepöbelt,

reut dich jetzt, daher dein Flennen.

*

Nein, ich habe meine Frau

oh, wie heisst denn nur das Tier

ach, geamselt – ja, genau.

Tot ist sie, das sag ich dir.

*

Amsel, Drossel, Fink und Star,

sag mir endlich, was es war!

*

Die Drossel war ´s und nicht die Nachtigall,

ich hab` erdrosselt sie – mit einem Schal.

Deckchair

Völlig entspannt und sehr leger,

lang entwöhnt von warmer Sonne,

liege ich in dem Deckchair,

wo ich Rentnersteife schone.

Gerne würd` ich ´s allen gönnen,

die hernach mit Bräune prahlen,

doch ich weiss, dass sie ´s nicht können,

wer sollte meine Rente zahlen?

Nur, mein Mitleid habt ihr alle,

die derzeit noch fleissig sind,

wirkt die Generationenfalle

doch von Eltern auf das Kind.

Mein Rat: scheut euch nicht ihr Lieben

am Vergnügen in der Nacht

reichlich Kinderchen zu kriegen,

was die Rente sicher macht.

Ich hingegen rück mein Kissen

in dem Deckchair schön zurecht.

Habe auch kein schlecht´ Gewissen,

leb ´dabei nicht einmal schlecht.

Hab den Rotwein eingegossen,

zünde mir mein Pfeifchen an,

hab ´s schon lang nicht so genossen-

Arbeit – nein – jetzt seid ihr dran.

Lieg entspannt und auch leger,

freu mich tierisch meines Lebens

dick und faul in dem Deckchair.

Jede Störung wär vergebens.

Sonntag, 4. Mai 2008

Haute Couture

Ein Lächeln klappert

dürr über den Laufsteg

buntfetziges wird

präsentiert.

Lüsterne Blicke begleiten

ebenso

wie gierige Augenpaare

Models und Modefetzen

Voyeure sprechen ohne Worte

„haben wollen“

die einen aus

billiger Fleischeslust,

die anderen aus

sündhaft teurer Habgier.

Applaus für

Statisten und Kreiertes

nur unbezahlbare Einzelstücke

beides

Tatort

Ein Tötungsdelikt – der Täter fort,

ist Fundort der Leiche zugleich auch Tatort?

Was die Spurensicherung jetzt interessiert,

der TV-Zuschauer ist fasziniert.

Da stiefelt ein Dorfpolizist so herum,

er zertrampelt Spuren, das erweist sich als dumm,

der Zuschauer hat dies längst erkannt,

bevor man den Dussel vom Tatort verbannt.

Der Gerichtsmediziner ermittelt die Zeit,

so ungefähr nur, wann das Opfer entleibt.

Zu mehr lässt er sich nicht herab,

dann transportiert man die Leiche ab.

Zuvor sieht der Zuschauer noch den Toten,

das ergibt sehr erfolgreiche Einschaltquoten..

Die Ermittler vernehmen dann noch Zeugen

jetzt wird man einige Verdächtige zeigen.

Doch der Hauptkommissar war besonders schlau,

er kennt den Täter schon genau,

indes der Zuschauer kombiniert und rät

ist ´s für den Täter bereits zu spät.

Die Genanalyse hat ihn überführt,

in wenigen Stunden, man ist fasziniert,

wie effektiv und erfolgreich sie sei

- zumindest im Fernsehen – die Polizei.

Die Handschellen klicken, der Täter gesteht.

Am Ende wird ´s gut – doch es ist auch schon spät

Der Zuschauer schaltet das TV-Gerät aus

und strahlt ganz zufrieden, er kennt sich doch aus.

Denn von Anfang an hat er es gewusst

es war wieder der Gärtner, der elende Schuft.

Samstag, 3. Mai 2008

Das Tralala um den Mond

Ach, was ist das für ein Ding,

das ewig schon am Himmel hing.

Die Dichter haben es besungen,

und manchem ist sie schon erklungen

als Musikstück, Mondscheinsonate

zu Herzen gehend und (M)(so) zarte.

die Menschen, Neugierde gewohnt,

schauten nach dem Mann im Mond.

Für Armstrong war ´s ein grosser Schritt,

als den Trabanten er betritt.

Doch die Enttäuschung riesengross,

fand der dort eine Wüste bloss.

Die Suche nach Frau Luna war

denn auch ein bisschen sonderbar,

weil jede Frau ist so gescheit

und sucht nicht solche Einsamkeit.,

zumal der Mond mit Staub bedeckt,

was jede Hausfrau wohl erschreckt..

Das Fazit: reise nicht zum Mond,

weil sich das absolut nicht lohnt.

auch wird das Pflanzen von den Bohnen

wie bei Münchhausen sich nicht lohnen.

So ist der Mond – Romantik pur –

für Liebende und Dichter nur.

Der Mond sieht zu, wie Träume reifen

und ist zu weit entfernt zum Greifen.

Kritik wird es jetzt wieder regnen,

die kann mir mal………

im Mondschein begegnen!

Donnerstag, 1. Mai 2008

Mond-(Schein)

Bleichgesichtige Himmelsscheibe,

fahl dein Licht, schreckhaft

in der Dunkelheit,

furchtsam, wie der Einsame,

der seinen eigenen Schatten flieht.

Gleichgültig schaust du,

voll-mondgesichtig, mal als

scharfe Sichel sich zeigend,

diskret an lauschigen Plätzen,

ungerührter Zeuge jedoch

bei schrecklich nächtlicher Tat,

hast du romantische Verklärung

nicht verdient,

doch auch, dass dich die Wölfe

anheulen

ist zu viel der Ehre,

dunkler Trabant,

sichtbar nur durch gestohlenes Licht.

Des Jagdhunds Fluch

Es sprach der Jäger zu dem Hunde:

„so, heut ist deine grosse Stunde,

zeig schön, was man dir beigebracht

und gib auf mein Kommando Acht!“

Voll Stolz geht er die Prüfung an.

Doch bald passierte es sodann:

es fiel ein Schuss, der Hund erschrak,

vermutlich weil der Lärm so stark.

Er winselte und wetzt davon,

da half auch kein Kommandoton.

Der Jäger war zu tiefst enttäuscht

und hat den Hund zu Haus ersäuft.

Ein Fluch liegt übern nassen Grab

so dass sich folgendes ergab:

er hat den Jäger schwer getroffen,

denn dieser hat sich totgesoffen.